Faltunterricht in Leipzig, im Jahr 1745

Die Falttradition hat Jahrhunderte lang
und weltweit überlebt, weil sie von Generation zu Generation weitergegeben worden ist. Faltunterricht ist ein wesentlicher Teil von jedem gefalteten Objekt selbst. Die Origamischule in Freiburg fühlt sich als Nachfolger dieser pädagogischen Tradition und bietet ihren Unterricht als Bestandteil der Menschenerziehung für alle Schüler an.


Daten aus der Faltunterrichtsgeschichte im Westen
Schon Leonardo da Vinci unterrichtete die Darstellung von papiergefalteten Gewändern an seine Schüler. Im Jahr 1639 veröffentlichte Matthias Giegher das erste Buch der Welt um das Falten zu lernen, der "Trattato delle Piegature". Im 17. Jh. konnte man in Nürnberg eine Ausbildung in Falttechnik bekommen bei Hansen Meyr (1652) und bei Andreas Klett (1677). So sind Begriffe wie Tal- und Bergfalte erstmal entstanden. 1705 führte August Hermann Franke das Falten in einem Schulprogramm in Halle ein. Friedrich Fröbels Nachfolger brachten das Papierfalten als Erziehungsfaktor erstmals in die Schulen Japans ein. Das erste Origami-Modell, wovon wir den Autor kennen ("Ross und Reiter", von Adolf Senff, 1785-1863), wurden für den Kinderunterricht von 1809-1812 erfunden. 1936 hat Georg Netzband zwei Stummfilme über das Papierfalten gedreht. Sie wurden als Hilfe für den Faltunterricht in den Schulen konzipiert.

Woher kommt Origami?                                                       
Origami oder Papierfalten kommt nicht nur aus Japan, wie viele denken, sondern aus allen Ländern der Welt, in denen eine Falttradition existiert hat. Viele Länder haben eine wichtige Faltkultur entwickelt, sogar vor der Ankunft des Papiers, und zwar mit der Faltung von Stoff, Pergament und anderen Materialien aus der Natur. In Europa findet man massive Belege von einer eigenen Falttradition mindestens seit der Renaissance.

Was bedeutet das Wort Origami ?
Origami ist ein japanisches Wort welches heute das Gleiche wie Papierfalten bedeute. Ursprünglich nannte sich das Papierfalten in Japan orisue oder orikata. Das Wort origami war ein alter japanischer Begriff um ein gefaltetes Papier, (d.h. einen gefalteten Brief oder ein gefaltetes Dokument) zu bezeichnen. Als deutschen Pädagogen das Fröbel'sche Papierfaltsystem am Ende des 19. Jh. in Japan eingeführt haben, wurde für japanische Lehrer das Wort origami ausgewählt. 1957 schlug die Gründerin des Origami Centers New York, Lilian Oppenheimer, vor, das Wort origami um paperfolding auf Englisch zu bezeichnen. Nach und nach wurde das Wort origami neben jede einheimischen Bezeichnung (z.B. spanisch papiroflexia, französisch pliage de papier) in fast alle Sprachen der Welt eingeführt und seit mindestens 1961 neben Papierfalten auch auf Deutsch.